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"Geschichte und Genealogie von Schiffern, Rheinmüllern und kurfürstlichen Zollbeamten von Köln bis Mainz - ausgehend von den mütterlichen Vorfahren der Malerzwillinge Gerhard und Karl von Kügelgen aus Bacharach": Veröffentlicht von Helga v. Kügelgen, 2008, in den Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Köln, Band 233, Jahrbuch 2008, S. 181-278; ISBN 3-86579-042-9.

Auszüge/Teilzitate:
(S. 183) "Von Köln bis Mainz - Müller, Schiffer und kurfürstliche Zollbeamte - mütterliche Vorfahren der Malerzwillinge Gerhard und Karl von Kügelgen aus Bacharach.
 Am 31.Juli 1633 ließen zwei Ehepaare am gleichen Tag in der Kirche St. Johann Baptist zu Köln Söhne taufen - der Schiffer Johan von Wistorff und seine Ehefrau Elsgen von Andernach ihren Sohn Godefridus und der Müller Bartholomeus von Langen und seine Ehefrau Maria von Arweiler ihren Sohn Matthias. 150 Jahre später sitzen zwei Urururenkel dieser Ehepaare auf der gleichen Schulbank im Jesuitengymnasium zu Bonn - Ludwig van Beethoven, getauft am 17.12. 1770 in Bonn, St. Remigius, und  Karl Kügelgen, der jüngere der beiden Zwillinge, geboren am 6.2.1772 zu Bacharach.  Sie stammen nicht direkt von den 1633 getauften, sondern von Brüdern derselben ab; Ludwig van Beethoven von Tilman Moritz von Wistorff, getauft am 1.6.1636 und die Zwillinge Kügelgen von Clemens von Langen, getauft am 2. 11. 1642. ....

(S. 230-231) "Die Familie von Langen Im Stadtarchiv Mainz findet sich in den Schifferzunftakten (Stadtarchiv Mainz, Schifferzunftakten, Nr. 21 /573) die Bestätigung der Taufe von Clemens von Langen, die er wohl vor der Einschreibung in die Zunft "Steuerleute" vorlegen musste, zum Beweis, dass er ehelich und katholisch war und von ehrsamen Eltern abstammt.
" Bezeuge ich entbenannter, dass der Ehrenhafte Clemens von Langen allhie zu Cöllen geboren von Ehelichen Eltern Bartholomäus von Langen und Maria von Arweyler, Und in unserer Pfar zu St. Johan Baptist getauft ist worden im jahr tausent, sechshundert, zwei und vierzg am Zweiten Tag Novembris im Beywesen Clementis von Paffrath, und Adelheidis Tholzelangh als patter und godder, darzu sonderlich daraufhin Urkunde meyner eigenen handtschrift wurde erstellt Cölln 26. January 1675. Joes Versonden Past.S. Joes Baptis. "
Diese Urkunde machte es uns möglich, in Köln weiter gezielt nach den Vorfahren zu suchen. Recherchen im Kirchenbuch ergaben: Bartholmäus von Langen war am 19.2.1608 geboren als 2. Kind von Cons (Conradus) von Langen und seiner Ehefrau Adelheidis von Weisweiler, ebenfalls getauft in der Pfarre St. Johann Baptist. ..."

(S. 247) "... Clemens von Langen (Schiffer, 1642 geboren) zog also 1672/1673 mit Frau und Kind nach Mainz, um dort die Stelle des kurmainzischen Brückenmeisters anzutreten. Aus mancherlei Angaben kann man sich von ihm ein farbigeres Bild machen. Zunächst erwirbt er am 5.10.1673 das Mainzer Bürgerrecht. Wie oben beschriben, findet er sich auch im Verzeichnis der Zunftbüder der Steuerzunft vom Januar 1677. Am 8.3. 1676 hatte er auch dort Catharina, seine Eheliebste, Hausfrau, einschreiben lassen. 1687 wurde er zum Brudermeister gewählt...."

(S. 253) "Maria Elisabeth von Langen * 7.5.1680, Tochter von Brückenmeister Clemens von Langen - die Urgroßmutter der Zwillinge Kügelgen in Bacharach - heiratete am 5.6.1700 den Schiffer Johann Stemmeler in Köln in der Pfarre St. Johann Baptist. Die Familien von Langen und Stemmeler waren freundschaftlich miteinander verbunden. Das erste Kind des Ehepaares wurde 1702 in Mainz, das zweite 1704 in Köln geboren. Johann Stemmeler ist wie sein Vater Mitglied der St. Nikolausbruderschaft und wurde 1704 als Beisitzer zu den Brudermeistern gewählt. Möglicherweise mit Fürsprache seines Schwiegervaters, Brückenmeister Clemens von Langen, wurde er kurmainzischer Zollbeamter und zwar Nachgänger in Oberlahnstein. Das dritte Kind wurde schon in Oberlahnstein geboren. ..."

(S. 267) "Maria Ludovika/Luise Stemmeler, Tochter des Johann Stemmeler, Nachgänger zu Oberlahnstein, und Maria Elisabeth von Langen heiratete am 26.5.1743 in der Kirche St. Martin zu Oberlahnstein Johann Sebastian Hoegg. Johann Sebastian Hoegg war Kurfüstl. kölnischer Keller und Schultheiß zu Rhens. ...

(S.272) ...[Ihre Tochter] Maria Justina Hoegg (* 26.12.1744) heiratete am 26.11.1765 in Rhens (kath.) Franz Ferdinand Anton Kügelgen. Franz Ferdinand Anton Kügelgen war in Bacharach am 6.9.1727 als Sohn des Johann Ferdinand Adam Kügelgen (* 30.8.1694 Linz) und seiner Ehefrau Maria Anna Schumacher (Tochter des Kurfürstlich Kölnischen Kellers zu Stromberg Franz Ferdinand Schumacher aus Klingenmünster und der Maria Anna Ottinger aus der Südpfalz) geboren worden. Franz Ferdinand Anton Kügelgen war wie sein Vater kurfürstlich Kölnischer Titularhofkammerrat und Oberamts-Keller zu Bacharach. ....
Dem Ehepaar Maria Justina Hoegg und Franz Ferdinand Anton Kügelgen wurden am 6.2.1772 die Zwillinge Franz Gerhard und Johann Karl Kügelgen als viertes und fünftes von insgesamt 8 Kindern geboren. ..."

(S. 273) "... Kindheitserinnerungen der Zwillinge Kügelgen an Besuche beim Großvater in Rhens am Rhein - Karl Kügelgen hat eine Niederschrift mit Erinnerungen aus seiner Kindheit hinterlassen (Leo von Kügelgen, 1924, "Gerhard von Kügelgen. Ein Malerleben um 1800", Belser-Verlag Stuttgart). Die Großmutter der Zwillinge Kügelgen Maria Ludovika/Luise Hoegg geb. Stemmeler starb schon am 24.10.1772, so dass die Kinder an sie keine Erinnerung haben konnten, wohl aber an den Großvater und so schreibt Karl Kügelgen (Auszug aus Kindheitserinnerung von Karl in Leo v. Kügelgen, 1924):
--- Die bedeutendste Verwandtschaft für uns Kinder war die des Großvaters mit seiner Familie - er hieß Johann Sebastian Hoegg. Er lebte in einem noch kleineren Städtchen als Bacharach (eigentlich ein sog. Flecken): Rhens mit Namen, allwo er die erste obrigkeitliche Person war! Er hatte kein unbedeutendes Vermögen, bewohnte ein großes weitläufiges Haus, welches eine ganz reizende Lage hatte. Es war auf der alten Ringmauer gebaut, welche bei hohem Wasserstand von den Wassern des Rheins bespült wird. Dieselbe Mauer dehnte sich noch weit fort an der Seite des Hauses; bildete dann eine Ecke bei einem alten Turm, welcher der Schaffenturm genannt wurde und begrenzte so einen großen Garten mit Terrassen, wunderschönen Plätzen und einer großen Menge Bäume von den erlesensten Obstgattungen. ..."

Inhaltsverzeichnis:
1.   Kölner Leben im Mittelalter
2.   Rheinschifffahrt im Mittelalter
3.   Straßburger Schiffer
4.   Schiffer in Mainz
5.   Kölner Schiffer
6.   Bonner Schiffszunft und der Kurfürst
7.   Zoll auf dem Rhein – „Toll-Collect im Mittelalter“
8.   St. Nikolaus-Bruderschaft in Köln
9.   Die Familie von Langen
10. Wie erlebten die Bürger in Köln, wie unsere Vorfahren in Köln, den Dreißigjährigen Krieg?
11. Die Familie von Arweiler/Arwyler/Arwilre
12. Mainz
13. Die Söhne Paulus und Clemens von Langen und der Neffe Franziskus von Langen
14. Die Familie Stemmler in Köln
15. Die Familie von Mühlheim in Köln
16. Die Familie von Lahr, Laer, Lair in Köln
17. Geschwister von Johann Stemmeler, ihre Nachkommen und angeheiratete Familien in Köln
18. Die Familie von Cöllen/Collen
19. Die Familie Reidt/Rheidt/von Reidt
20. Die Familie Stemmeler/Stemmler in Oberlahnstein
21. Die Familie Müller in Boppard
22. Die Familie Lauer in Boppard
23. Heirat der Maria Ludovika Stemmler mit Maximillian Hoegg in Rhens
24. Die Familie Hardung in Münstermaifeld und Boppard
25. Die Familie Wüchumb aus Boppard und Vorfahren
26. Die Familie Dreiß aus Rhens
27. Die Familie Hoegg in Rhens
28. Familie Kügelgen in Bacharach
29. Kindheitserinnerungen der Zwillinge Kügelgen an Besuche beim Großvater in Rhens am Rhein
30. Wackelburg in Rhens
31. Entwicklung der Rheinschifffahrt bis ins 21. Jahrhundert